Kann man mit einem trockenen Hendl nachhaltig abnehmen? Ich sage Nein!

5. Mai 2019, Ursula Vybiral

Warum mich diese beiden Fotos und vor allem der Text dazu von der jungen Frau, die mir vor ein paar Tagen im Internet begegneten und die sich förmlich und öffentlich zum Abnehmen zwingt, so emotionalisieren, das möchte ich heute hier schreiben.

Ich kenne die Dame aus Deutschland nicht, man sieht weder ihren Namen noch ihr Gesicht, daher erlaube ich mir diese beiden Fotos als Beispiel zu posten. Als Beispiel dafür, mit welcher Einstellung man auf gar keinen Fall mit dem Abnehmen beginnen sollte. Ich beschäftige mich schon mein ganzes Leben mit dem großen Thema Ernährung aber auch mit dem für mich noch größeren Thema Abnehmen, hatte ich doch selbst einmal 30 Kilo in einem Stück abgenommen und schließlich habe ich ‚Gesundes Abnehmen’ zum Schwerpunkt meines Konzeptes bzw. Berufes als Ernährungsberaterin gemacht.

Zurück zum Foto. Diese Frau möchte abnehmen, so weit so klar. Sie macht aber meines Erachtens zwei grundlegende Fehler, die ihr Vorhaben leider scheitern lassen werden. Vielleicht nimmt sie sogar etwas ab, aber das neue Gewicht erhalten, wird sie ganz bestimmt nicht. Denn zum einen geht sie in die Abwertung und Geringschätzung gegen sich selbst (Selbsthass ist ein ganz schlechter Motivator) zum anderen isst sie das Falsche. Wie ich das meine? Sie postet sich in Shorts mit den Worten ‚Ich muss mich hier bloß stellen, damit noch mehr omg ist die fett geworden schreiben‘. Sie schreibt sogar, dass sie sich damit bestraft. Das tut mir ehrlich weh, zu lesen.

Ich weiß, dass es oft schwer ist, sich zu mögen, wenn man seinen Körper ablehnt. Aber genau das ist die Grundvoraussetzung für eine Veränderung. Akzeptanz! Man muss sich die eigene Psyche zum Verbündeten machen. Das klingt jetzt pathetisch, aber man muss lernen, sich selbst zu verzeihen! Verzeihen, dass man sich selbst in diese Situation gebracht hat, in die Situation, dass man durch den Verlust seines Wohlfühl-Gewichtes, seiner Form, seiner Figur ins Gegenteil gerutscht ist, nämlich in einen Zustand des Unwohlfühlens. Viele fühlen sich als Verlierer, weil sie ihr Gewicht nicht erhalten konnten, weil sie den Wohlfühl-Zustand verloren haben. Ja, das kann passieren, dass man ‚es’ einige Zeit lang schleifen lässt, vielleicht sogar, dass man sich selbst sabotiert und in die Phase ‚Mir ist eh schon alles egal’ oder ‚Das schaffe ich eh nie’ gerät. Solche Glaubenssätze verstärken die Negativspirale und Zunehmen ist hier leider vorprogrammiert.

Diese vermeintliche Komfortzone, in der es so kuschelig ist mit den Komplizen ‚Essen & Sofa & Filme schauen’ (das kenne ich nur zu gut) ist in Wahrheit keine Komfortzone, sondern vielmehr ist es ein KÄFIG. Aber ihr lieben Freunde da draußen, hört mir jetzt gut zu: Es ist ein Käfig, kein Gefängnis! Und dieser Käfig hat eine Tür, die offen steht. Wir können hier jederzeit raus! Aber dafür müssen wir uns aktiv entscheiden, denn am Anfang einer jeden Veränderung steht eine Entscheidung. Man muss einen Wunsch zum Ziel machen und anschließend mit einem Plan dieses Ziel verfolgen. Auf gar keinen Fall darf man in die Geringschätzung oder sogar Hass auf sich selbst gehen, sich bestrafen => sondern vielmehr in die Güte und Selbstliebe. Wie das geht? Wie ich oben schon erwähnte: Mit Verzeihen und mit dem Fokus nach vorne! Raus aus dem Käfig und rein ins Tun!

Wenn man abnehmen möchte, dann sollte man seine Sinne zu seinen Komplizen machen. Gutes einkaufen, Gutes kochen, Gutes essen. Am besten das alles teilen mit Menschen, die man mag. Natürlich werde ich mit einer großen Portion Lasagne schwer abnehmen können, aber ich kann mir – wenn ich bei diesem Beispiel bleiben möchte – Zucchini im Rohr mit einer frischen Bolognese und Parmesan machen und schon kann ich damit abnehmen. Essen hat mit Lust und Leidenschaft zu tun, nicht mit ‚Essen weglassen’ oder gar Hungern. Das armselige, trockene Hendl am zweiten Bild ist ein Symbol, wie man es nicht machen sollte. Dieses Essen stellt bloß eine Nahrungsaufnahme in Form einer leichten Eiweißquelle dar. Das hat nichts mit Lust und Leidenschaft zu  tun. Das ist ein klassisches Diätessen und die fatale Kombination aus ‚Ich muss abnehmen, weil ich mich hässlich finde’ UND einem ‚trockenen, ungewürzten Hendl ohne Kohlenhydrate’ ist zum Scheitern verurteilt. Ich weiß es. Aus eigener, persönlicher UND beruflicher Erfahrung. Schließlich begleite ich seit 14 Jahren Menschen, die etwas verändern, die abnehmen möchten. Der Erfolg meiner Klienten gibt mir jeden Tag Recht: Abnehmen funktioniert nur mit Essen. Am besten mit Essen, das auch schmeckt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Menschen helfen kann, aus ihrem persönlichen Käfig zu steigen, dass ich sie dabei unterstützen darf, eine Veränderung herbei zu führen, ihre Form wieder zu erlangen, die sie sich für sich selbst wünschen, das beste und schönste ICH herauszuholen. Aber immer in der Liebe und im Respekt zu sich selbst bleiben, denn EATING WELL IS A FORM OF SELF RESPECT.

In diesem Sinne – Seid lieb zu euch selbst und kocht euch und euren Lieben etwas Gutes! Und wer immer meine Unterstützung braucht => I am here.

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