Ist Tiefkühlessen per se schlecht? Ich sage Nein!

15. Mai 2018, Ursula Vybiral

Warum ich eine Suppe esse, die ich eingefroren hatte? Das möchte ich hier gerne erläutern. Nach den Ayurveda Grundsätzen gilt Tiefkühlkost als tot – also das Gegenteil eines Lebensmittels, weil die Lebensenergie Prana nicht mehr vorhanden sei. Und auch – so sagt die Ayurveda Lehre – können uns mehrmals aufgewärmte oder alte Speisen nicht mehr optimal mit Nährstoffen versorgen. Daher sollte man immer frisch kochen. Ich mag Ayurveda sehr, habe schon fünf intensive Kochworkshops absolviert. Übrigens bei Sandra Hartmann in Wien 9, kann ich nur wärmstens empfehlen. Es waren tolle Kurse, bei denen ich viel gelernt habe und seither auch selber einiges davon für mich und meine Familie anwende und auch bereits das eine oder andere meinen Klienten vermitteln konnte. Ich respektiere diese Jahrtausend alte Heilkunst sehr, grundsätzlich kann ich sie gut nachvollziehen und teile auch vieles, was sie lehrt.

Doch Hand aufs Herz: Wer von uns kann schon 3 x täglich frisch kochen? Also ich nicht und ich bin schon recht gut: Ich komme auf 2 x frisch Gekochtes täglich. Einfache Speisen wohl gemerkt. Morgens gibt es sehr oft einen warmen Frühstücksbrei, mittags oder abends wieder etwas Warmes. Mitunter koche ich aber auch nicht, sondern beschränke mich auf das Zubereiten eines knackigen, hochwertigen Salates, der allerdings alle Stücke spielt, denn ich liebe Salate in allen Varianten. 

Aber zurück zur Tiefkühlkost: Bei diesem Thema scheiden sich immer noch die Geister. Die einen sprechen vom optimalen Nährstoffgehalt, die anderen von Zellschädigungen, die durch das Gefrieren entstehen und so das Lebensmittel für den Körper nahezu wertlos machen. Fakt ist aber auch: Je schneller ein Lebensmittel eingefroren wird, umso besser ist seine Qualität. Die meisten Nährstoffe bleiben dann erhalten.

Wenn Sie tiefgekühlte Bio-Himbeeren kaufen, können Sie davon ausgehen, dass das vereinfacht gesagt, ein eher gutes Lebensmittel ist. Kaufen Sie eine Fertiglasagne um 2,80 – dann sagt einem das schon unser Hausverstand, dass es sich bei diesem Lebensmittel gar nicht um ein hochwertiges handeln kann. Wie auch – um diesen Preis und auch weil man weiß, dass Fertigmenüs aus so vielen verschiedenen Zutaten und so vielen verschiedenen künstlichen Zusatzstoffen und noch mehr Zucker gar nichts mehr Gutes haben kann. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich bei den großen Produzenten und den Supermarktketten unbeliebt mache, es ist und bleibt meine persönliche Meinung.

Zurück zu meiner Spargel-Erbsen-Minze-Suppe, die ich heute zu Mittag aus dem Tiefkühlfach genommen, schonend gewärmt und genüsslich gegessen hatte – trotz aller Warnungen.

Heute ist nämlich so ein Tag, an dem ich viele Termine habe, meine Tochter mittags nicht nach Hause  kommt (ich ‚muss‘ sie daher nicht versorgen), am späteren Nachmittag habe ich eineinhalb Stunden Yoga und abends treffe ich Freundinnen in einer lässigen neuen Bar, in der ich noch nicht war. Also wann und wo sollte ich heute etwas Gescheites essen? Etwas, das mich satt macht und mich bis zum Abend aushalten lässt. Aber auch nicht zu viel, denn abends will ich ja auch noch etwas essen und vielleicht sogar das eine oder andere Glas trinken. Genau für solche Fälle habe ich immer selbstgemachte Suppen aus besten und frischesten Zutaten eingefroren. Ich verwende 0,75 l Glasgefäße von Ikea, denn 0,50 l sind mir zu wenig. Das Konzept ist ganz einfach: Wann immer ich eine Gemüsesuppe mache, friere ich davon ein bis zwei Portionen ein. Bei meiner heutigen Suppe (siehe Foto)  handelt es sich um eine Spargel-Erbsen-Minze-Suppe, die ich vor ein paar Tagen frisch gekocht hatte. Dafür habe ich grüne Spargel genommen, Erbsen und Minze, abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Muskatnuss. Bevor ich also mittags eine schnelle Käsesemmelesse, die mir zwar kurzfristig einen Kick gibt, aber mich bald wieder (heiß-)hungrig und somit unkonzentriert macht, esse ich lieber eine gute, nahrhafte, warme Gemüsesuppe. Auch wenn sie tiefgekühlt war. Diesen Kompromiss gehe ich ein. Denn meine Methode easy eating ist eine alltagstaugliche und ich bin das beste Beispiel dafür, dass sie funktioniert. Abnehmen kann man nur mit Essen. Und am besten mit Essen, das auch schmeckt.

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