‚An apple a day keeps the Doctor away’ – Wahr oder Falsch? Ich sage: Nicht ganz richtig. Der Apfel bleibt trotzdem eine Gesundheitsbombe.

29. Januar 2019, Ursula Vybiral

Zwei Drittel der Österreicher geben den Apfel als ihr Lieblingsobst an. Für das andere Drittel kommt die Banane an erster Stelle und übrigens kommt bei den ersten zwei Drittel die Banane gleich an zweiter Stelle. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt laut Statistik Austria bei etwa 11,8 kg Bananen und 19,6 Kg Äpfel pro Jahr. Äpfel unterscheiden sich nicht nur in der Größe oder Farbe, sondern vor allem auch im Geschmack. Gesund sind Äpfel vor allem aufgrund ihres hohen Vitamingehalts. Zudem enthalten sie viele sekundäre Pflanzenstoffe und Pektin. Der Ballaststoff fördert nicht nur die Verdauung, sondern soll auch Darmkrebs vorbeugen. Äpfel bestehen zu etwa 85 Prozent aus Wasser. Daher enthalten sie auch nur etwa 45 Kalorien pro 100 Gramm.

Ein paar Fragen und Antworten rund um den Apfel:

Was ist dran am Spruch „An apple a day keeps the Doctor away“?
Richtig ist: Äpfel stecken voller Nährstoffe. Sie enthalten mit etwa 60 Milligramm besonders viel Vitamin C, darüber hinaus die Vitamine B1, B2 und B6 sowie Vitamin E und Folsäure. Außerdem sind Äpfel reich an Kalium, enthalten viel Magnesium und Calcium. Daher eignen sie sich auch perfekt als Snack für Sportler, die beim Training Magnesium für die Muskeln benötigen und den Salzverlust über das Schwitzen durch Natrium ausgleichen müssen. Trotz dieser positiven Wirkung haben neuere Studien aber mittlerweile belegt: Der Apfel allein ist nicht dafür verantwortlich, dass Apfelfans weniger oft krank werden. Vielmehr wurde nachgewiesen, dass sich Menschen, die täglich einen Apfel essen, auch generell gesünder ernähren als diejenigen, die dies nicht tun.

Gefährdet die Wachsschicht bei Äpfeln die Gesundheit?
Grundsätzlich bilden alle Äpfel eine Wachsschicht aus. Bei manchen Sorten ist sie jedoch dicker als bei anderen. Diese soll die Äpfel vor Insekten und anderen Fressfeinden schützen. Außerdem sorgt sie dafür, dass die Äpfel saftig bleiben. Die Wachsschicht ist jedoch unbedenklich. Manchen widerstrebt es dennoch, sie mitzuessen. Mit einem Tuch reibe ich die Wachsschicht runter, meistens reibe ich die Schicht an meinen Jeans ab.

Stimmt es, dass rote Äpfel gesünder sind als grüne?
Fakt ist: Rote Sorten enthalten in der Regel mehr Vitamin C als grüne Sorten. So enthält ein Braeburn beispielsweise rund 20 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm, ein Golden Delicious nur 10 Milligramm. Ansonsten enthalten rote und grüne Äpfel jedoch die gleichen gesunden Inhaltsstoffe.

Gehen beim Schälen die Vitamine verloren?
Etwa 70 Prozent der Vitamine sitzen in und direkt unter der Schale. Daher sollten Sie Äpfel tatsächlich nicht schälen.

Helfen Äpfel gegen Durchfall?
Ja. Kleine geschnittene Äpfel helfen wirklich gegen Durchfall. Verantwortlich dafür ist ebenfalls das Pektin. Dieses bindet Wasser und sorgt als Quellstoff dafür, dass der Stuhl wieder fest wird.

Sind die Kerne giftig?
Tatsächlich enthalten Apfelkerne – wie auch die Kerne von Marillen – Amydalin. Dieser sorgt auch für den bitteren Geschmack der Kerne und wird im Körper zu Blausäure abgebaut. Allerdings ist der Gehalt an Blausäure so gering, dass man die Kerne bedenkenlos mitessen kann.

Senken Äpfel den Cholesterinspiegel?
Wer täglich zwei Äpfel isst – wie eine Studie der Florida State University gezeigt hat – kann tatsächlich seinen Cholesterinspiegel senken. Da Pektine Gallensäure binden, muss die Leber vermehrt Gallensäure produzieren. Dazu benötigt sie Cholesterin, das sie dem Blut entzieht. Somit sinkt vor allem der Spiegel des schlechten LDL-Cholesterins im Blut.

Apfel pur oder Apfelsaft?
Ich gehöre zur Apfel-Fraktion und bin eher eine Gegnerin von Apfelsäften. Das hat einen einfachen Grund: In einem Apfelsaft stecken sicher 4 Äpfel und die sind ohne Schale und natürlich nicht mehr pur, denn sonst würde sich der Apfelsaft nicht mehr verkaufen. Daher greifen Sie zu einem österreichischen Apfel, denn Sie würden ja auch nicht 4 Äpfel auf einen Sitz essen. Und genießen Sie ihn, am besten vormittags und aufgeschnitten. Das Gute ist oft so nah.

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